Bali News

Bali Nachrichten und Neuigkeiten direkt aus der Kulturmetropole Ubud

Oktober 14, 2005

Mannheim statt Bali

Nächster Halt Frankfurt Flughafen tönte es heute wie gewohnt aus den Bordlautsprechern des ICE 575 - 200 Reisende, darunter etliche Flug-Fernreisende u.a. nach Bali machen sich auf den Weg zu den Zug Ausgängen. Doch dann passiert für mehr als 25 Minuten wenig, obwohl die Fahrt vom Frankfurter Hauptbahnhof bis zum Flughafen normalerweise nur 11 Minuten dauert.

Hier und dort bleibt der Zug stehen, ob der Zug überhaupt zum Flughafen fährt? Auf den Gängen wird schon gescherzt: Bei der Bahn ist doch alles möglich...Dann eine erneute Durchsage: Nächster Halt Mannheim Hauptbahnhof, Reisende die Schwierigkeiten mit ihren Anschlüssen haben melden sich bitte im Wagen 9. Ein Aufschrei geht durch den Zug - und schon ab Wagen 7 ist kein Durchkommen mehr zum Zugführer.

Dann die erneute Durchsage: Ausserplanmässig hält dieser Zug heute in wenigen Minuten an der nächsten Haltestelle, um Reisende mit Ziel Frankfurter Flughafen dorthin zurückzubefördern. Alles hasstet zurück zu den Koffern, einige ältere Fahrgäste schaffen es nicht und bleiben mit ihren Koffern im Zug zurück. Mannheim statt Bali .

Kommentar des Bundesbahn Kundendialogs: Leider können wir wegen der Komplexität des Bahnbetriebs und der Abhängigkeit vom reibungslosen Zusammenspiel der verschiedenen technischen Komponenten betriebliche Unregelmäßigkeiten nicht ausschließen.

Kommentar eines Mitarbeiters des Reisezentrums der DB am Frankfurter Flughafen, dem die vielen Reisenden, die ihren Flieger wegen der fast zweistündigen Verspätung verpasst haben die Bude einrennen: Da hat einer im Stellwerk geschlafen und übersehen, das der Zug am Flughafen halten sollte.

Deutsche Bahn: Komplexität des Bahnbetriebs nicht im Griff

Unser Kommentar: Wer nach Bali reist sollte sich gut überlegen, ob er für seine Reise ein Rail&Fly Angebot der DB wahrnimmt, und falls er es trotz aller Bedenken dennoch tut mindestens drei Stunden Verspätung einplanen. Älteren Fahrgästen und Ausländern kann nur davon abgeraten werden, oder wie es der General Manager von Sri Lanka Exports, Herr Viraj Perera formuliert: Ich hatte bisher gedacht, das die Deutschen pünktlich sind, aber das scheint für die Deutsche Bahn nicht zuzutreffen - und das diese dann noch nicht mal für entstandene Schäden aufkommt und uns so behandelt ist unglaublich. Nächstes Mal fliege ich, das wird billiger.

Wir werden Sie auf dem Laufenden halten, ob die Bundesbahn zumindest für die bekannt gewordenen Schäden Wiedergutmachung leistet. Aus rechtlichen Gründen ist sie ja dazu nicht verpflichtet, aber vielleicht hat sie ja daran Interesse auch weiterhin Fahrgäste zum Flughafen zu transportieren?

Oktober 7, 2005

Ubud Literatur Festival

Ubuds Literatur Festival, das durch die 2002 Bomben mit initiert wurde, wird wie vorgesehen Ende dieser Woche beginnen, wenn auch unter verschärften Sicherheits Bedingungen. Janet de Neefe, die Initiatorin dieser Veranstaltung, sagte, daß nur drei der 100 Autoren wegen des erneuten Bombenanschlages abgesagt hätten. "Wir werden das durchziehen, selbstverständlich. Wir wollten nie das Festival stoppen".

Neben einer Vielzahl prominenter indonesischer und australischer Autoren werden Gäste aus vielen anderen Teilen der Welt erwartet, unter ihnen der Präsident von Ost-Timor mit seiner Frau, der holländische Booker Preis Gewinner Michael Ondaatje und der bekannte indische Schriftsteller Amitav Ghosh.

Mehr informationen finden Sie, wenn Sie auf die Überschrift dieses Artikels klicken - leider nur in englischer Sprache erhältlich.

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Oktober 6, 2005

TV Tip: Der Reis und die Götter

Balis Götter sorgen normalerweise bis in den April jeden Jahres für Regen im Überfluss, v.a. in den Bergen und lassen den Reis sprießen. Terrassenfelder bestimmen das Bild von Bali im Innern der Insel. Als hätten die Götter Treppen für Riesen gebaut. An Götter glauben die Menschen hier bei uns. Aber auch ans eigene Können. Ihr ausgeklügeltes Bewässerungssystem macht Balis Bauern zu den erfolgreichen Reiszüchtern der Welt.

Wie wir schon vor einiger Zeit berichteten haben sich die 'Moving Visuals' aus Singapore im Zusammenareit mit dem ZDF über die 'Die Götter des Reis' kundig gemacht - und sich für die Dreharbeiten etliche Male und wochenlang in der bereits erwähnten Ladybambus Villa im Zentrum von Ubud niedergelassen.

...best after being here...
Ubud Reisfelder, fotografiert vonDieter Lotze - auch als Panorma erhältlich!
Zur Ansicht brauchen Sie eine schnelle Internet Verbindung und QuickTime.


Die hinduistischen Reisbauern auf der indonesischen Insel Bali verehren die Reisgöttin Dewi Sri, die mit ihren Hohepriestern über das jahrtausendealte Reis-Bewässerungssystem wacht. Doch es gibt auch neue Götter, die um die Vorherrschaft über die Reispflanze buhlen: Wissenschaft und Technik haben sich mittlerweile dem Reis verschrieben. Am International Rice Reseach Institute zum Beispiel suchen Wissenschaftler nach Möglichkeiten, den Reis für noch mehr Menschen nutzbar zu machen. Auf den Philippinen entscheidet sich am IRRI in einem Wettlauf mit der Zeit die Zukunft der Reiswirtschaft.

Ziel ist es, die Weltbevölkerung auch in den kommenden Jahrzehnten mit Reis ernähren zu können. Doch nicht die Ertragssteigerung allein, sondern auch die Entwicklung wichtiger Qualitätsanforderungen ist zu einer großen wissenschaftlichen Herausforderung geworden. Die internationalen Teams arbeiten an der Züchtung von resistenten Reissorten mit einem hohen Anteil von Beta-Karotin und mit geringerem Wasserverbrauch bei gleichzeitig hohen Erträgen. Tradition und Forschung gehen dabei mittlerweile Hand in Hand, um die Ernährung der Weltbevölkerung nachhaltig sicherzustellen.

Der Reis und die Götter - Dokumentation, Deutschland / Singapur 2005, ZDF
Regie: Christian Lehmann-Feddersen, Galen Yeo, Mashizan Masjum

Erstausstrahlung: Arte, Donnerstag, 29. September 2005 um 19:00
Wiederholung : 06.10.2005 um 18:15

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Oktober 5, 2005

Bali-Urlauber bleiben

Die überwiegende Mehrheit der deutschen Touristen will nach Angaben von Reiseveranstaltern nach den Terroranschlägen auf Bali nicht den Urlaub vorzeitig abbrechen.

Zur Zeit befinden nach Angaben des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV) 3400 deutsche Touristen auf der Ferieninsel. Die allermeisten Urlauber beenden demzufolge ihren Aufenthalt trotz der Anschläge regulär. 'Ich habe mit den Veranstaltern vor Ort gesprochen und weniger als 50 Urlauber wollen früher als geplant nach Hause zurückkehren', sagte DRV-Geschäftsführer Tobias Jüngert. In diesem Fall sollten die Veranstalter kontaktiert und mögliche Extrakosten für den Rückflug besprochen werden.

'Die großen Reiseveranstalter haben ihren Kunden kostenlose Umbuchungen bis inklusive 7. Oktober angeboten', sagte Jüngert. Danach solle die Lage erneut bewertet werden. Ob Stornierungen der geplanten Reise allerdings ebenfalls kostenlos möglich seien, müsse mit den einzelnen Veranstaltern geklärt werden.

Das Reiseunternehmen TUI hat derzeit rund 250 Gäste auf Bali. 'Davon haben sechs ihren Urlaub vorzeitig abgebrochen', sagte Pressesprecher Robin Zimmermann am Montag in Hannover. Nach ersten Informationen seien es 20 gewesen, am Flughafen seien dann jedoch nur sechs Touristen gewesen. Für Reisende, die ihren Urlaub abbrechen wollen, organisiert TUI den früheren Rückflug. Das sei kein Problem, da Bali ohnehin ein Linienflugziel sei.

Nach Angaben des DRV ließ jedoch auch nach den Anschlägen im Oktober 2002 das Interesse der deutschen Urlauber an der Reiseregion nicht nach. 2004 reisten 170 000 Deutsche auf die Touristeninsel, 2002 waren es 143 000 gewesen. 'Auch in diesem Jahr wurde Bali außerordentlich gut gebucht', hieß es beim DRV. Die meisten Urlauber reisen demnach zwischen Oktober und März nach Bali.

Terroranschläge wie auf Bali verlieren nach Ansicht des Gründers der französischen Touristikfirma Nouvelles Frontières, Jacques Maillot, ihre abschreckende Wirkung auf die Urlauber. Die Urlauber würden das Risiko zunehmend akzeptieren, sagte er am Sonntag in Paris. 'Das ist traurig, aber man gewöhnt sich zunehmend an den Terrorismus.' Zudem bestehe ein Attentatsrisiko auch in Europa. 'Außerdem kann man bei Anschlägen eine gewisse Solidarität der Reisenden feststellen', sagte Maillot. Immer mehr Menschen wollten auch in das Land zurückkehren, weil es den Tourismus brauche.

Nach französischen Angaben wurde eine auf Bali lebende Französin bei den Anschlägen leicht verletzt. Bisher sei von keinem der vermutlich 600 französischen Urlauber bekannt, dass er Opfer der Anschläge geworden sei oder seine Reise abgebrochen habe. Der Schweizer Reiseveranstalter Kuoni erklärte, von drei seiner 118 Gäste auf Bali keine Nachricht zu haben. Die drei seien vom Hotel zu einer Reise aufgebrochen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin erlitten zwei Deutsche leichte Verletzungen. Quelle: n-tv.de

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Oktober 4, 2005

Fast schon normal

Schreckensnachrichten aus Bali bekommen leider langsam den bitteren Beigeschmack der Routine. Alles nicht so schlimm wie beim letzten Mal heisst es allenthalben. Laut vorläufiger Bilanz wurden nach Polizeiangaben bei den Bombenanschlägen am letzten Wochenende 26 Menschen getötet und mindestens 122 verletzt, darunter auch zwei Deutsche.

Auch wenn nach deutschen Massstäben in der grössten Klinik Sanglah in Balis Provinzhauptstadt Denpasar auch diesmal wieder Chaos herrschte, so haben doch auch in dieser Hinsicht die Balinesen viel gelernt - und wer sich an die Bilder aus New Orleans erinnert kann nur mit Bewunderung registrieren, das vom Zusammenbruch von Recht und Ordnung nach dieser fürchterlichen Attacke keine Spur war und wie schnell und umsichtig diesmal die Indonesische Polizei nach den Bomben reagierte.

Ja, das Leben geht in weiten Bereichen weiter, als wäre nichts geschehen. Von einer Massenflucht von der Insel wie vor drei Jahren kann keine Rede sein, viele Urlauber wollen sogar demonstrativ bleiben um Bali in dieser schweren Zeit damit zu unterstützen. So wollen z.B. nur die wenigsten Schweizer Touristen nach den Anschlägen auf ihre Bali-Reise verzichten. Bei Kuoni haben 8 von 100 ihre Reise umgebucht, von den derzeit 118 Gästen auf Bali wollen nur zwei vorzeitig nach Hause. Ähnliches melden Hotelplan und Tui Suisse. Und das obwohl Touristen, die bis kommenden Freitag auf die indonesische Insel fliegen wollten ihre Ferien bei den Schweizer Reiseveranstaltern kostenlos umbuchen können.

Dennoch bleibt natürlich ein mulmiges Gefühl: «Das Leben geht hier schon wieder seinen normalen Gang – aber du weisst einfach nicht, ob es nicht wieder passiert», sagte die Australierin Sue King, die nun schon den zweiten Anschlag auf Bali erlebt hat und sich bis zu ihrer vorzweitigen Abreise nur noch in ihrem Hotel aufhalten will. Da dürften Touristen nach wie vor auch sicher sein, und wie ironisch das klingen mag: gerade jetzt nach Anfang des Fastenmonats Ramadan. Bisher ist weltweit kein Fall bekannt, wo die die islamischen Terroristen in diesem für sie heiligen Monat zuschlugen.

Und danach wird vom Paradies in Bali noch ein Stück weniger übrig sein, noch mehr Kontrollen und Überwachung, aber auch wohl ein bisschen mehr Sicherheit. Doch das unbeschwerte Leben wird auch auf Bali wohl für immer vorbei sein, auf alle Fälle wohl solange die Amerikaner im Irak stehen und deshalb selbst solch aberwitzigen Brutalität wie in Bali auf eine gewisse Sympathie bei den normalen Bürgern und insbesondere bei Muslimen stößt.
© Jason Childs/Getty Images
Balis Hindus haben diese offensichtlich nicht (mehr) und ihr Haß auf die Terroristen könnte sich diesmal noch ganz anders als nur in T-shirts bemerkbar machen. Jochen Buchsteiner gibt in der heutigen FAZ eine Stimme aus Bali wieder, in der sich eine Trendwende andeuten könnte. Es sei "Zeit, die Grausamkeit zu rächen" wird eine balinesische Hausfrau zitiert. Wir vertrauen darauf, das auch diesmal die mentale Stärke der Balinesen solche kurzfristigen Rachegelüste besiegen wird - mehr davon in 10 Tagen, den jetzt sind wir in Bali erstmal beim Feiern: Galunggan und Kunnigan. Und wie Gede Bang Buruan Manuaba, einer der häöchsten Priesters Balis heute AFP sagte gehört dazu die Suche nach Frieden, die den Wunsch nach Rache besiegen wird. Erst nach diesen Feiern wird sich wohl zeigen, wie die Balinesen wirklich denken.